untitled | yvi @ the vision
Im Fluss - Marlene Röder.

Momente, in denen wir unsere Liebe ziehen lassen.
Und Momente, in denen wir uns verzweifelt an ihr festklammern.

Klappentext

Nach einer unglücklichen Liebe hat Mia sich völlig in sich zurückgezogen. Sie trägt nur noch schwarze Klamotten, spricht mit niemandem, schließt sich stundenlang in ihrem Zimmer ein. Doch dann verliebt sie sich in den sinnlichen Alex. Gleichzeitig fühlt sie sich zu dessen Bruder Jan hingezogen. Mia bemerkt zunächst nicht, dass ihre Freundschaft zu den Brüdern sie in große Gefahr bringt. Denn das geheimnisvolle Mädchen Alina erhebt Anspruch auf die beiden. Mia nimmt Alinas Warnungen zunächst nicht ernst –
Doch schließlich muss sie erkennen, dass sie es mit einer schrecklichen Gegnerin zu tun hat.


Die Autorin

Marlene Röder, geboren im Jahre 1983, schreibt seit ihrem 14. Lebensjahr und lebt und studiert heute in Gießen. Ihr erster Roman Im Fluss wurde mit dem Hans-im-Glück-Preis der Stadt Limburg ausgezeichnet.

Persönlicher Eindruck

Im Fluss war nach Zebraland der zweite Roman, den ich von Marlene Röder gelesen habe. Letzterer hat mich damals nächtelang fasziniert, aufgewühlt, mich schlaf- und traumlos werden lassen ...
Im Fluss ist dies nicht gelungen.
Zum größten Teil liegt dies an der Vorhersehbarkeit der Ereignisse, an den wenig tiefschürfenden Protagonisten.

Da wäre zum einen das Mädchen Mia. Neu und fremd in der Provinz kann sie sich so gar nicht an das neue Leben gewöhnen, aber noch viel weniger gelingt es ihr, sich von ihrer Vergangenheit und den Erinnerungen daran zu lösen, die sie einsam und trostlos haben werden lassen.

Als sie Alex kennenlernt, scheint sich diese Woge der Traurigkeit zu glätten. Charismatisch und fröhlich ist er, reißt sie mit in eine Verliebtheit, die ihr unheimlich ist.
Und dann wäre da noch Jan, sein kleiner Bruder, und dessen geheimnisvolle und ungreifbare Freundin Alina, die sich wie ein mythischer Flussgeist um die Geschichte rankt.

Wirklich fesseln konnte mich diese Konstellation der Charaktere und Geschichten nicht, sie war kaum neu und bot noch weniger Überraschungsmomente, sie hatte nicht das kreative Potenzial und die Extravaganz von Zebraland. Aber für einen angenehmen Lesenachmittag mit den 253 Seiten reichte es aus.
Vielleicht, weil man die Details für seine Ahnungen bestätigt sehen wollte.
Vielleicht auch, weil man die Geschichte, die wie Vivaldis 4 Jahreszeiten aufgebaut war, nicht unfertig und ungehört bleiben lassen wollte.
Vielleicht auch einfach nur, weil man wissen wollte, welches Geheimnis sich in dem Mundwinkellächeln von Alex' und Jans Mutter auf der vergilbten alten Fotografie verbarg.

Im Fluss hatte für mich nicht die Faszination von Marlene Röders zweitem Roman, nicht seinen Sog bis in eine geniale Geschichte hinein. Aber ich hatte schöne Lesestunden mit ihm, dem klaren Stil der Autorin, dem dahinfließenden Wasser des Flusses und der Sehnsucht nach Meer, die der Protagonist Alex ein Buch lang hegte.
Denn Meer, das bedeutet, sich vom Fluss und seinen Geheimnissen abzuwenden.

/
24.10.10 21:48
 


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