untitled | yvi @ the vision
Splitterherz - Bettina Belitz.

Ich möchte mich ganz herzlich beim Verlag script5 bedanken, die so freundlich waren, mir Splitterherz als Rezensionsexemplar zur Verfügung zu stellen.

Klappentext

Es gibt genau einen Grund, warum Elisabeth Sturm nicht mit fliegenden Fahnen vom Land zurück nach Köln geht, und dieser Grund heißt Colin. Der arrogante, unnahbare, aber leider auch äußerst faszinierende Colin gibt Ellie ein Rätsel nach dem anderen auf, und obwohl sie sich mit aller Macht dagegen wehrt, kann sie sich seiner dunklen Ausstrahlung nicht entziehen.
Bald muss Ellie einsehen, dass Colin viel mehr mit ihrer Familie verbindet, als sie sich je hätte vorstellen können. Ihr Vater Leo verbirgt ein Geheimnis, das ihn und Colin zu erbitterten Gegnern macht -
und das Ellie in tödliche Gefahr bringt. Dass sie mit ihren seltsamen nächtlichen Träumen den Schlüssel zu dem Rätsel in der Hand hält, begreift Ellie erst, als ihre Gefühle für Colin alles zu zerstören drohen, was sie liebt.


Die Autorin

Bettina Belitz, 1973 in Heidelberg geboren, verliebte sich schon früh in die Magie der Buchstaben. Als ihr das Lesen nicht mehr genügte, mussten eigene Geschichten zu Papier fließen. So machte sie ihre Leidenschaft aus Jugendtagen nach einem Journalistikstudium schließlich zum Beruf.
Heute lebt sie umgeben von Pferden, Schafen, Katzen und Hühnern in einem 400-Seelen-Dorf im Westerwald und lässt sich von der Natur zu ihren Romanen inspirieren.

Persönlicher Eindruck

Mit Büchern, um die nach ihrem Erscheinen ein großer Hype entsteht, ist es ja oft so, dass man nach dem Lesen enttäuscht und nicht ganz ausgefüllt zurückbleibt. Zu hoch waren die Erwartungen durch die Massen an Positivrezensionen und ein neutraler erster Schritt in die Geschichte hinein wurde verklärt. Ein wenig so oder so ähnlich erging es mir mit Bettina Belitz' Splitterherz.

Die Erzählung wirkt auf den ersten Blick nicht neu:
Da ist Ellie, verträumtes Mädchen und rebellische Jugendliche im gleichen Moment, der der Umzug in ein karges Landleben so gar nicht gefällt. Zu sehr fehlt ihr der Rausch der Stadt und zu unüberwindbar scheint die Hürde, sich erneut in eine neue Schule mit neuen Gesichtern einfügen zu müssen.
Als sie den unnahbaren, attraktiven, geheimnisumwobenen Colin trifft, verändert dieser natürlich alles in ihr.
Dazu ein paar weniger markante Nebencharaktere, ein strenger Vater und die Kulisse einer schillernden Naturlandschaft, in der alles möglich scheint ...
Gewöhnliches Mädchen trifft auf geheimnisvollen (und potenziell gefährlichen) Jungen, Belitz' Ausgangsfiguren wirken also so gar nicht neu und revolutionär.
Doch ein wenig weicht die Geschichte schon von der Massenabfertigung ab, mit der uns Literatur wie Medien zur Zeit überfluten. Soviel sei verraten:
Die Geschichte handelt nicht von Vampiren.

Und nachdem dieser Aspekt dann geklärt ist, bereitet einem Splitterherz große Freude bei der Lektüre.
Wenn sich Ellie irgendwo zwischen Realität und Traumwelt von einer Seite auf die andere wälzt (und das tut sie oft), verliert man auch sich selbst irgendwo zwischen diesen beiden Extremen. Bettina Belitz hat einen unheimlich poetischen, bilderhaften, naturnahen Schreibstil, ein wenig märchenhaft und in einer großen Menge verträumt. Die Grenze zwischen Wirklichkeit und dem Irrealen verschwimmt, das ist schön. Und so kommen einem die mehr als 600 Seiten auch gar nicht allzu lange vor.

Ich bin nicht ganz so sicher, ob ich Splitterherz vorbehaltlos weiterempfehlen würde. Die Geschichte ist ein wenig vorhersehbar, die Charaktere tragen keine neuen Gesichter und ab und an macht die Protagonistin einen in ihrer jugendlich-stereotypen Art wahnsinnig.
Aber Träumern, die sich nicht allzu sehr vom Hype einlullen lassen, wird dieser Roman gefallen.

/
3.11.10 22:35
 


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