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Ich habe sie geliebt - Anna Gavalda.

Ich kenne niemanden, der so gute Momentaufnahmen vom Leben und der Liebe machen kann wie Anna Gavalda.

Klappentext

Zwei Generationen, zwei Schicksale, Mann und Frau.
Die Frau: Chloé, sitzen gelassen von ihrem Ehegatten.
Der Mann: Pierre, ihr Schwiegervater.
Und ausgerechnet dieser distanzierte, kühle Pierre nimmt Chloé mit in sein Landhaus und erzählt ihr von seinem lang gehüteten Geheimnis:
von der großen Liebe seines Lebens, von heimlicher Untreue und von ungelebten Träumen.


Die Autorin

Anna Gavalda wird 1970 geboren und verbringt ihre Kindheit auf dem Land. Nach einem Studium in Paris und ihrer Arbeit als Französischlehrerin avanciert sie mit der Veröffentlichung von Ich habe sie geliebt zum Star der französischen Literaturszene. Mehrere Monate lang kann sich das Werk auf Platz 1 der Bestsellerlisten in Frankreich halten.
Anna Gavalda lebt mit ihren beiden Kindern in der Nähe von Paris, liebt Bücher und hat keinen Fernseher.

Persönlicher Eindruck

Ich mag die Literatur Anna Gavaldas, weil sie für mich immer das Besondere im Alltäglichen versteckt hielt. Ich habe sie geliebt war in dieser Hinsicht nicht anders.
Das Buch besteht zum größten Teil aus einem Dialog zwischen Chloé, frisch von ihrem Mann Adrien verlassen, und ihrem Schwiegervater Pierre, der Chloé stets kühl, distanziert und in seiner Rolle als Familienoberhaupt gefestigt vorkam. Es bedarf nur weniger Worte bei Kaminfeuer und Kräutertee, um diesen falschen Eindruck fortzuzwischen.
Pierre dreht den Blickwinkel um:
Er erzählt seiner tieftraurigen Schwiegertochter von Mathilde, der Liebe seines Lebens, und wie leicht sich die Rollen des Mutigen und des Feiglings vertauschen können. In Selbstgroll, zweifelnden Gedanken und zeitweisem Stolz lässt Pierre sein Leben Revue passieren, erinnert sich an Fehler und Großtaten, bereut Dinge, die mit den Jahren unabänderlich geworden sind. Wie Fotografien ziehen die Worte des alten Mannes durch die Augen Chloés an einem vorbei, man lauscht, man wird von ihnen berührt. Sie erreichen einen. Das ist für mich das große Talent, welches Anna Gavalda besitzt:
Sie bedient sich keiner groß angelegten Liebesgeschichten, sie braucht keine Showeffekte, keinen großen Knall am Ende ihrer Worte. Sie berührt einen durch die Alltäglichkeit ihrer Geschichten, durch die menschlichen Protagonisten, in denen ein jeder von uns die eigenen Gesichtszüge wiederfinden kann. Sie schreibt die Liebe in ihrer puristischsten Form nieder:
unerwartet, berauschend, schön und voller Schmerz im gleichen Atemzug. Ich habe sie geliebt kommt einem nicht wie ein Märchen vor, sondern wie eine Geschichte, wie sie sich in Paris, Amsterdam, London, Hongkong oder auch in einem kleinen Dorf auf dem Land ereignen könnte. Sie ist nicht realitätsfern.

Für mich ist es ein Buch mit drei Sternen, fast wären es vier geworden. Doch dafür war es ein wenig zu kurzweilig und die anderen Geschichten Anna Gavaldas ein wenig beeindruckender.

/
7.11.10 14:18
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Martina / Website (12.11.10 11:29)
Von Anna Gavalda wollte ich schon immer mal etwas lesen, habe es bislang aber noch nicht geschafft. Auf meinem SuB liegt "I wish someone were waiting for me somewhere", aber ich weiß leider nicht, wie das Buch auf Deutsch heißt. Vielleicht lese ich es bald. Deine Rezi macht auf jeden Fall neugierig auf die Autorin.

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