untitled | yvi @ the vision
Silberlicht - Laura Whitcomb.

Mein herzlicher Dank gilt Droemer / Knaur, die mir durch ein Leseexemplar von Silberlicht eine Rezension erst ermöglicht haben.

Klappentext

Helen ist tot. Und doch ist es ihr nicht vergönnt, ins Himmelreich aufzusteigen. Als durchsichtiger Schatten einer einst wunderschönen Frau bleibt sie auf Erden gefangen. Niemand sieht sie und niemand kann sie berühren. Sie ist die stille Muse ihrer "Bewahrer", allesamt Schriftsteller, denen sie die richtigen Worte einflüstert und die nie etwas von ihrer Existenz erfahren werden. Bis eines Tages ein Siebzehnjähriger ihr Leben verändert:
Er blickt Helen direkt ins Gesicht und ...
Er lächelt!
Im Körper des Schülers steckt James, ebenfalls eine Lichtgestalt. Er ist fasziniert von Helens Schönheit und vom ersten Augenblick an wissen die beiden, dass sie füreinander bestimmt sind. Nun müssen sie alles daransetzen, einen menschlichen Körper für Helen zu finden. Eine abenteuerliche Suche beginnt ...


Die Autorin

Laura Whitcomb wuchs in Pasadena, Kalifornien, auf. Bevor sie ihre Leidenschaft für das Schreiben entdeckte, arbeitete sie als Englischlehrerin. Für Silberlicht, ihren ersten Roman, gewann sie fünf Literaturpreise und war für weitere sechs Awards nominiert. Heute lebt und arbeitet sie in Portland, Oregon.

Persönlicher Eindruck

Auf dem Buchrücken heißt es, Helen und James seien das neue Traumpaar der übersinnlichen Welt, in all den positiven Rezensionen zum Roman wird er als Liebesgeschichte, frei von jeglichem Kitsch beschrieben. Für mich konnte er all diese Versprechen leider nicht halten.

Schon allein der Einstieg in Silberlicht gestaltete sich für mich nicht ganz einfach:
Da ist Helen, eine blasse und verschreckte Lichtgestalt, der es nicht vergönnt ist, in ihr heiß ersehntes Himmelreich aufzusteigen. Ständig flüstert sie ihren Bewahrern Beschwörungen ins Ohr und wenn sie sich auch nur einen Schritt zu weit von ihrer Aufgabe als Muse entfernt, zerrt gleich wieder der Schmerz in Form eines nassen, kalten, grauenerregenden Kellergewölbes an ihr. Zwischen diesen beiden Extremen pendelt Helen voller Angst im ersten Drittel des Buches - ihrer persönlichen Hölle in den Tiefen des Nirgendwo und ihrer Existenz am Rande der Menschen, ohne gesehen und gehört zu werden. Gespürt wird sie manchmal dennoch.
Als dann James ins Spiel kommt, beginnt ihre Romanze, die für mich nie federleicht, sondern immer voller Kitsch und stereotypen Phrasen war, das übliche "Wir lieben uns so sehr, können aber nicht zusammen sein!"-Spiel, das mich stets ermüdet hat, denn es ist nicht neu. Als Helen und James beginnen, auch nach einem Körper für ihre Lichtgestalt zu suchen, war ich für den kurzen Moment einiger Kapitel fasziniert, denn es wurde interessant. Umso enttäuschter war ich, als Helen Jenny erwählte und mit ihr den religiösen Fanatismus ihrer Familie, der sich von der zweiten Hälfte des Buches bis zum Schluss hinzog:

Gebetsecken und Rituale, Sektenmanieren, Bibeln auf dem Jungmädchenfrisiertisch und überall, wirklich überall die Greifarme der (schein)heiligen Gemeinde ...
Mit dieser Wendung der Geschichte konnte ich leider so gar nichts anfangen.

Dafür fand ich das Ende der Geschichte fast schon gelungen. All die Auflösungen und Szenenwechsel auf den letzten Seiten waren zwar etwas hastig, aber ich fand die Lüftung von Helens Geheimnis und die angebliche Tat, die ihr den Aufstieg ins Himmelreich so lange verwehrte, im Rahmen von Silberlicht stimmig. Schade, dass dafür die letzten Sätze wieder in den Abgrund des Kitsches abdriften mussten.

Vielleicht stellte ich von Anfang an zu hohe Erwartungen an das Buch, vielleicht liegen mir einfach diese idealisierten Geschichten von Liebe nicht so ganz ... Jedenfalls hat mich Silberlicht enttäuscht. Zu blass und gesichtslos sind mir Helen und James im Laufe des Romans geblieben, zu perfekt liebten sie sich, zu abgedroschen erschien mir die Geschichte um Jennys Familie und ihre fanatische Gottesliebe.
Zwar gefielen mir ein paar Einzelaspekte des Buches - Mr. Brown war zum Beispiel ein herzallerliebster Nebencharakter und die Aufmachung des deutschen Covers an sich ist bildschön - aber das reichte nicht für mehr als 2 Bewertungssterne aus, leider.

/
24.4.11 16:02
 


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