untitled | yvi @ the vision
Der letzte Schattenschnitzer - Christian von Aster.

Mein herzlicher Dank gilt vorablesen, die mir durch ein Leseexemplar dieses Buches eine Rezension erst ermöglicht haben.

Klappentext

Als eine alte Magie wieder zum Leben erwacht, beginnen die Schatten, sich gegen ihre Herren zu verbünden. Und während ein kleiner Junge die Schatten seiner Stofftiere vertauschen lernt, geschieht ein Wunder, das die Welt in Verzückung setzt:
Ein Mädchen ohne Schatten wird geboren, Carmen Maria Dolores Hidalgo.


Der Autor

Christian von Aster, geboren 1973, studierte Germanistik und Kunst, um sich schließlich Bühne, Film und dem Schreiben zuzuwenden. Neben seinen Fantasybüchern ist er auch mit seinen Lesungen, die Gothic- wie Phantastikszene gleichermaßen begeistern, einem großen Publikum bekannt.

Persönlicher Eindruck

Fantasy ist eigentlich nicht mein persönliches Lieblingsgenre in der Literatur. Aber obwohl ich viel lieber von Geschichten lese, die sich so tatsächlich ereignen könnten, haben es Autoren wie Walter Moers - vor allem mit seiner Stadt der träumenden Bücher - geschafft, mich zu faszinieren und zu begeistern. Christian von Aster und seinen Schattenschnitzern ist dies leider so gar nicht gelungen, dabei war seine Romanidee in ihren Grundzügen wirklich neu und spannend:

Wir leben in einer Welt, in der wir nicht wissen, dass auch unsere Schatten fühlen, denken und ihre eigenen Entscheidungen treffen können, dass sie nicht bloß die dunklen Abbilder unserer menschlichen Körper sind. In dem Moment, in dem wir ihnen ihre Seele absprechen, entflammt einmal mehr der uralte Krieg zwischen Menschen und Schatten, in dem sich letztlich entscheiden wird, welche Seite die andere besiegen und damit beherrschen will.

Leider wurde ich in keinem Moment der Geschichte wirklich warm mit dem Erzählstil, den Christian von Aster gebrauchte. Seine Worte wirkten auf mich immer sehr durchdacht und gewollt, aber nicht wirklich gekonnt. Sie waren so zurechtgefeilt, dass ihnen jegliche Natürlichkeit verlorenging. Als sich dann auch noch eine Riesenportion Esoterik in seine Geschichte mischte und Bibelfiguren erschienen, jeder jeden bekriegte und verriet, jeder sein abstraktes Handeln auf einer nicht nachvollziehbaren Ideologie begründete und den Frauenfiguren des Romans schließlich nur minderwertige Rollen zukamen - die der Verräterin, des hübschen Püppchens ohne Seele oder der naiven Mutter, die einen Alkoholiker nach dem anderen als potentiellen Vater für ihren Sohn und Mann ihres Lebens zu Hause anschleppt - stieg ich vollends nicht mehr durch und wünschte mir, die Geschichte würde weniger Seiten umfassen.

Eigentlich ist es schade, denn die Grundidee war in meinen Augen sehr schön. Leider scheiterte diese letztlich an der Umsetzung und dem Ton, in dem sie erzählt wurde.

/
24.9.11 16:54
 


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