untitled | yvi @ the vision
Madalyn - Michael Köhlmeier.

Liebe bewegt.

Klappentext

Madalyn wohnt einen Stock tiefer. Der Schriftsteller Sebastian Lukasser kennt sie seit ihrem fünften Lebensjahr. Damals hat er ihr das Fahrradfahren beigebracht und muss wenig später zusehen, wie das kleine Mädchen von einem Auto erfasst wird. Er wird ihr Lebensretter und ihr Schutzengel, dem sie Dinge anvertrauen kann, die ihre Eltern nicht verstehen würden. Jetzt ist Madalyn vierzehn Jahre alt und erfährt ihre erste Liebesgeschichte, die in ihrer Ausweglosigkeit herzzerreißend und kompliziert ist. Denn Moritz - oder das, was Madalyn über Moritz berichtet - ist alles andere als ein einfacher Fall. Moritz stammt aus desolaten Verhältnissen, wurde bei einem Einbruch erwischt und ist ein notorischer Lügner. Oder stimmt alles nicht, was er von sich erzählt - spricht er vielleicht doch die Wahrheit?

Sebastian Lukasser, der eigentlich einen Roman über einen jungen Mörder schreiben wollte, muss sich nun eine andere Geschichte anhören, eine Geschichte von erster Liebe, die ihn härter und tiefer trifft als ihm lieb ist.


Der Autor

Michael Köhlmeier, 1949 in Hard am Bodensee geboren, lebt als freier Schriftsteller in Wien. Ein weiterer Roman von ihm trägt den Titel Abendland (2007).

Persönlicher Eindruck

Über die ganz großen Gefühle der ersten Liebe schreibt Michael Köhlmeier in seinem Roman Madalyn. Sie sind unkontrolliert und aufregend, sie bringen einen aus der Balance und manchmal sind sie so emotional aufgeladen, dass man es kaum aushält. Ähnlich wie diese Gefühle selbst ist auch Köhlmeiers Protagonistin Madalyn:

So voller Gegensätze. In einem Moment das besonnene Mädchen, das so gar nicht wie junge 14 wirkt. Im anderen Moment eine Grenzgängerin, die auf Dachgeländern balanciert. Mal vertraut, dann wieder blockiert - nach innen und nach außen hin.

Ich habe Michael Köhlmeier gerne zugehört, wie er Madalyns Geschichte erzählte. Ich mochte seine poetische Wortwahl, die Melancholie zwischen den Zeilen, den ruhigen Tonfall auch noch dann, wenn die Mutter schrie und tobte und mit Beleidigungen um sich warf. Mir gefiel der Rahmen der Geschichte sehr, dennoch konnte sie mich nicht ganz für sich einnehmen. Was mich gelangweilt hat, war der hinausgezögerte Teil im Café:

In einem langen Monolog am Frühstückstisch erzählt Madalyn Lukasser, wie sie den Moritz kennen- und lieben gelernt hat, nimmt einen großen Teil des Buches für sich ein. Und genau diese Erzählung fand ich sehr ermüdend, stellenweise auch unfreiwillig skurril. Sie war für mich während diesem Teil des Romans keine authentische Protagonistin mehr. An Köhlmeiers Talent für das geschriebene Wort ändert dieser Aspekt nichts, aber eine Euphorie für Madalyn konnte ich so leider nie entwickeln.

/
22.6.12 16:16
 


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen
Gratis bloggen bei
myblog.de