untitled | yvi @ the vision
Sag mir, was du siehst - Zoran Drvenkar.

Eine mystische, melancholische Geschichte.

Klappentext

Als Alissa in einer Winternacht zusammen mit ihrer Freundin Evelin das Grab ihres Vaters besucht, bricht sie durch die Schneedecke und stürzt in eine Gruft. Während Evelin Hilfe holt, entdeckt Alissa in dem Gewölbe einen Kindersarg. Sie spürt, dass sie wieder gehen sollte, sie weiß, dass es falsch ist, den Sarg zu öffnen. Und dann öffnet sie ihn doch ...

Der Autor

Zoran Drvenkar wurde 1967 in Krizevci, Kroatien, geboren und zog als Dreijähriger mit seinen Eltern nach Berlin. Seit 1989 arbeitet er als freier Schriftsteller. Für seine Romane, Gedichte, Theaterstücke und Kurzgeschichten wurde er vielfach ausgezeichnet und für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. Zoran Drvenkar lebt heute in Berlin.

Persönlicher Eindruck

Drvenkar hat mit Sag mir, was du siehst eine Geschichte voller Magie und dichter Gefühle geschrieben. Nicht nur die Freundschaft der beiden Protagonistinnen Evelin und Alissa packte mich, sondern auch das vielschichtige Netz, das die beiden mit den Menschen um sie herum verband:

Mutter, Stiefvater und kleiner Bruder, Großeltern, Exfreund und Geliebte. Man versteht sehr gut, warum wer wie zum anderen steht. Warum er so fühlt, wie er fühlt. Warum und wie er aus diesen Gefühlen heraus handelt. Drvenkar hat einen sehr genauen Blick zum Detail.

Ich verlor mich vollkommen in seiner Sprache, hier vor allem in den Beschreibungen der Temperaturen und der Welt dort draußen vor dem Fenster:

Ich konnte die Winterkälte spüren, die sich über Berlin legte. Ich sah den vereisten See vor mir. Wenn Alissa vor Hitze brannte, wurde auch mir warm. Ich konnte den Winter riechen und die Fußspuren der Romanhelden im Schnee sehen. Mitten im Juli wurde es für mich fast Winter. Wenn ein Autor das mit seinen Worten heraufzubeschwören weiß, dann hat er mich damit schon vollkommen für sich eingenommen.

Das Wie gefiel mir an Drvenkars Roman sehr - übrigens das erste Buch, das ich von ihm las - nur inhaltlich war ich letztlich nicht überzeugt. Eine sehr nette und fantasievolle Geschichte, aber auch eine, die mir letztlich zu viele Fragen offen ließ. Vielleicht bin ich auch einfach bereits aus der Möglichkeit herausgewachsen, mich so in die sechzehnjährigen Protagonistinnen hineinversetzen zu können, dass mich ihr Verhalten in jedem Moment überzeugt hätte, es für mich immer nachzuvollziehen gewesen wäre. Nicht unbedingt ein Minuspunkt für Drvenkar und Sag mir, was du siehst, nur mir gefiel das einfach nicht so sehr.

Dafür die Melancholie in der Geschichte umso mehr. Melancholie ist so schön, so wunderschön.

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1.7.12 20:44
 


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