untitled | yvi @ the vision
[das] Wörterbuch der Liebenden - David Levithan.

Eine berührende Liebesgeschichte in Skizzen.

Klappentext

"Am Anfang fragst du dich, ob du in den Menschen verliebt bist oder in das Gefühl der Liebe selbst."

Ein Wörterbuch der anderen Art:
Jeder Eintrag erzählt einen Schritt der Annäherung, der immer größer werdenden Nähe, aber damit auch der Verletzlichkeit. Literarisch raffiniert und romantisch, frisch und modern fängt es die beinahe alltäglichen Gefühlsstürme der Liebe ein:

Momente des größten Glücks und des Genervtseins, großer Erwartungen und kleiner Ernüchterung, und der einzigen Gewissheit, dass Liebe nun mal das Flüchtigste auf der Welt ist.

breathtaking, {adj.} atemberaubend

Wenn wir uns morgens küssen und einander hingeben, eine Stunde lang, bevor wir ein einziges Wort sagen.


Der Autor

David Levithan, Jahrgang 1972, lebt in New York und arbeitet als Lektor und Herausgeber der Zeitschrift PUSH, die junge Schreibtalente vorstellt. Bekannt wurde er als Autor dreier preisgekrönter Romane für Jugendliche, darunter Nick & Noah - Soundtrack einer Nacht (zusammen mit der Autorin Rachel Cohn), der soeben verfilmt wurde. Das Wörterbuch der Liebenden ist sein literarischer Durchbruch; es erscheint zeitgleich in zahlreichen Sprachen.

Persönlicher Eindruck

Ich muss zugeben, ein wenig habe ich mich in dieses Buch verliebt. Selten habe ich etwas gelesen, das so schön erzählt worden ist.

David Levithan skizziert in diesem Roman eine Liebesgeschichte, die sich nicht dadurch hervortun muss, dass sie außergewöhnlich ist. Das ist sie ganz und gar nicht - sie ist herrlich normal, so wunderbar gewöhnlich und alltäglich. Das hat sie spannend gemacht. Seine Erzählung besteht aus kurzen Passagen über wichtige Punkte, die die Beziehung markieren, es ist lediglich eine Skizze des Besonderen:

Die Frage, ob man seine Bücher beim Zusammenziehen mischt oder ihnen die Freiheit gewährt, ihr eigenes Regal behalten zu dürfen.

Die elektrisierte Luft, wenn man zum ersten Mal der besten Freundin begegnet, wohl wissend, dass das hier eine Bewährungsprobe ist.

Vertrauen, Vertrauensbrüche.

Küsse.

Ich bin in der Geschichte nie so ganz dahinter gestiegen, ob der Erzähler der Mann oder die Frau in der Beziehung ist. Ich hatte lediglich eine Ahnung, aber ich mochte dieses Gefühl, dass Levithan in dieser Hinsicht nie wirklich eindeutig wurde. Ich mochte es, dass es keine vorgegebene, zusammenhängende Geschichte war, sondern sich von Wendepunkt zu Wendepunkt der Beziehung hangelte und sie so erzählte, dem Leser Zeit und Raum und Freiheit für seine eigenen Gedanken ließ, um die Lücken zu füllen. Levithan hat ein wahnsinniges Gefühl für die Feinheiten der Sprache, ebenso wie Andreas Steinhöfel, der eine sehr gelungene Übersetzung zu Papier gebracht hat.

Das wohl Schönste an diesem Buch, das in wenigen Worten und auf wenigen Seiten so viel sagt, ist die Tatsache, dass man sich in der erzählten Liebesgeschichte wiederfindet. In jedem Wort, jedem kleinen Augenblick des Zweifels, jeder liebevollen Berührung der beiden Protagonisten.

basis, n.

Basis, f.
Fundament, n.

Es muss einen Moment geben am Anfang, an dem du dich fragst, ob du in den Menschen verliebt bist oder in das Gefühl der Liebe selbst.
Wenn dieser Moment nicht vorbeigeht, dann war es das - du bist erledigt.
Geht der Moment aber doch vorüber, dann nie sehr weit weg. Er bleibt irgendwo im Hintergrund, hält sich bereit, wartet auf Abruf. Manchmal ist er sogar da, wenn du dachtest, du würdest etwas ganz anderes suchen, zum Beispiel einen Fluchtweg oder das Gesicht des geliebten Menschen.


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7.7.12 11:20
 


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