untitled | yvi @ the vision
Alle sieben Wellen - Daniel Glattauer.

Liebenswerte Protagonisten und lebendige Worte.

Klappentext

1.) Sie kennen Emmi Rothner und Leo Leike? Dann haben Sie also "Gut gegen Nordwind" gelesen, jene ungewöhnliche Liebesgeschichte, in der sich zwei Menschen, die einander nie gesehen haben, per E-Mail rettungslos verlieben.

2.) Für Sie ist die Geschichte von Emmi und Leo abgeschlossen. Mag sein. Aber nicht für Emmi und Leo!

3.) Sie sind der Ansicht, dass die Liebenden zumindest eine einzige wirkliche Begegnung verdient hätten, und der Roman eine zweite Chance auf ein anderes Ende?
Bitte, hier haben Sie's!

4.) Sie haben keine Ahnung, wovon hier die Rede ist? Sie steigen ohne Nordwind-Kenntnisse in "Alle sieben Wellen" ein? Kein Problem. Sie erfahren alles:

Leo Leike kehrt nach knapp einem Jahr aus Boston zurück. Daheim erwarten ihn Nachrichten von Emmi Rothner. Beide bemerken, dass sie die Gefühle füreinander nicht los geworden sind. Vielleicht sollten sie sich wirklich einmal treffen. Allerdings ist Leo mittlerweile liiert und Emmi noch immer verheiratet. Doch wenn einmal sechs Wellen ans Ufer geschwappt sind, das lernen wir in Daniel Glattauers neuem Roman, dann kommt die siebente, und die ist immer für Überraschungen gut.


Der Autor

Daniel Glattauer, 1960 in Wien geboren, ist Autor und Journalist. Mit seinem Roman Gut gegen Nordwind gelang ihm ein Bestseller, der in zahlreichen Sprachen übersetzt worden ist. Alle sieben Wellen ist seine und auch die Fortsetzung von und für Emmi Rothner und Leo Leike.

Persönlicher Eindruck

Es ist schon eine Weile her, dass ich Gut gegen Nordwind gelesen habe. Umso schöner, dass die Protagonisten noch genauso liebenswert und lebendig sind, wie ich sie in Erinnerung behalten habe:

Leo Leike ist immer noch der ein wenig zerstreute, verkappte und verkopfte Philosoph, dem ein oder zwei oder drei Gläser Bordeaux dabei helfen, den Kopf klar zu kriegen.

Emmi ist noch immer die energische kleine Person, die sie war. Ich musste mehr als einmal schmunzeln, als sie für Leo die Gespräche mit ihrer Therapeutin zitiert hat, so ironisch, fast schon zynisch. So voller Herz.

Ich fand das Ende des ersten Romanes überraschend, aber nicht unbedingt schlecht, nicht enttäuschend. Umso gespannter war ich, ob sich eine Fortsetzung an den hohen Maßstäben würde messen lassen können, die Gut gegen Nordwind gesetzt hat.

Sie kann.

Vollkommen vorbehaltlos, ohne Abstriche, ohne Klammern, ohne Pünktchen, ohne ein einziges Aber - sie kann es ganz einfach. Dafür bewundere ich das Buch mindestens so sehr wie seinen Autor und den Schreibstil:

Ich mag diesen Brief- und Mailaustausch sehr. Ich mochte ihn schon im ersten Roman und auch bei Cecilia Aherns Für immer vielleicht. Er lässt Raum für die Fantasie des Lesers, das ist schön und fühlt sich nach Freiheit an. Den roten Faden verliert man dennoch nicht, man langweilt sich nicht, das lassen die sehr lebendigen Protagonisten erst gar nicht zu:

"Daheim ist, wo du bist, Emmi."

Das Buch ist so voller schöner Phrasen und Worte, so voller Zärtlichkeit und Liebe und Abschieden und innerem Widerstand. Es ist voller Zweifel an sich selbst und an der Liebe, aber mindestens so sehr ist es voller Hoffnung darauf, "dass einem ein Mensch alles geben kann, was man sich wünscht." Diese Idee der Alles-Illusionen fesselte mich, machte mich nachdenklich. Ich liebe es, wenn die Protagonisten einer Geschichte mich zum Nachdenken bringen. Und ich liebe es, dass die vielen liebevollen Worte und die Namen Emmi Rothner und Leo Leike mir wohl noch eine ganze Weile nachhängen werden, weil sie und ihre Geschichte ganz einfach so wunderbar waren.

/
31.7.12 23:17
 


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