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84, Charing Cross Road - Helene Hanff.

Eine Freundschaft in Briefen.

Klappentext

Eine Hymne auf die Literatur und auf die Freundschaft ist der Briefwechsel zwischen der klugen, schlagfertigen New Yorkerin Helene Hanff und dem liebenswerten Londoner Buchhändler Frank Doel.

Durch Zufall stößt die Bühnenschriftstellerin Ende der vierziger Jahre auf die Adresse der Buchhandlung Marks & Co. Eine neue Quelle für schwer aufzutreibende Bücher? Die Autorin greift zur Feder, ohne zu ahnen, dass ihre Zeilen der Beginn einer jahrzehntelangen Brieffreundschaft sind. Zunächst ist die Korrespondenz zwischen ihr und dem Londoner Buchhändler allein von der gemeinsamen Leidenschaft für Bücher geprägt. Doch mit der Zeit werden die Briefe persönlicher, und schließlich erreichen sie eine Vertrautheit, wie man sie sonst nur zwischen wirklich guten Freunden findet.

Mit ihrem ergreifenden Buch "84, Charing Cross Road", das 1970 erstmals in Amerika erschien, hat Helene Hanff dieser außergewöhnlichen Beziehung ein Denkmal gesetzt.


Die Autorin

Helene Hanff war eine amerikanische Schriftstellerin und Drehbuchautorin. Der Durchbruch gelang ihr mit 84, Charing Cross Road, das 1986 sogar mit Anne Bancroft und Anthony Hopkins in den Hauptrollen verfilmt wurde.

Helene Hanff verstarb 1997 in New York.

Persönlicher Eindruck

84, Charing Cross Road ist ein kleines Büchlein, das schnell ausgelesen war; auch durch die Briefform, in der es gehalten wurde. Und dennoch hinterließ es in mir den tiefen Eindruck von Zärtlichkeit.

Helene Hanff und Frank Doel lernen sich durch einen Zufall kennen und ihre Liebe zu Büchern verbindet sie schnell. Als Helene von den Rationierungen im England der Nachkriegsjahre hört, beginnt sie, Lebensmittelpakete nach London zu schicken. Durch die Dankbarkeit der Empfänger lernt sie schnell auch die anderen Mitarbeiter des kleinen, familiären Verlags kennen, doch Frank bleibt stets ihr erster Ansprechpartner und engster Freund. Und so hinterließ es in mir als Leserin eine Traurigkeit, die sich leise angeschlichen hatte, als der Briefkontakt der beiden nach Jahrzehnten so plötzlich abbrach.

Die Stärke des Briefwechsels lag für mich vor allem in den Emotionen, die er ganz subtil vermittelte. Frank und Helene wurden eigentlich nie zu persönlich, zu eng oder vertraut, aber dennoch war ihre Korrespondenz von einem großen Respekt und einer freundschaftlichen Zuneigung füreinander geprägt. Dabei war Frank eher der Ruhige und Sortierte, Helene eher eine Person voller Ironie, Witz und oft auch Empörung und Frustration über die Tücken ihrer Zeit. Ich muss zugeben, oft war ihr Humor für mich auch etwas zwiespältig. Das eine Mal konnte ich herzhaft mit ihr lachen, während ich sie das andere Mal nicht verstand in ihrer Wortwahl und starken Emotion.

Schade fand ich auch, dass ich von den Werken, über die die beiden sich austauschten, nur Wenige kannte. Jane Austens Stolz und Vorurteil war eines dieser Wenigen, dabei gehörte es da eigentlich noch nicht einmal dazu, denn Helene lehnte Romane kategorisch ab. Sie interessierte sich nicht für erfundene Geschichten, die erfundenen Menschen nie passiert waren.

Das Wunderschöne an diesem Büchlein ist, dass seine Briefe niemals unter dem Gedanken geschrieben worden sind, für die breite Masse veröffentlicht zu werden. Das merkt man und das macht es so unglaublich liebenswert. Zudem schreiben Helene und Frank sehr bildlich und so habe ich mich während der 160 Seiten mehr als nur einmal in das kleine Antiquariat in der 84, Charing Cross Road gewünscht. Dass es einst ausgerechnet in London stand - einer Stadt, die ich dieses Jahr zum ersten Mal bereiste und in die ich mich hoffnungslos verliebt habe - war schließlich der Funke, der übersprang.

Es gibt Bücher, die es wert sind, von der Welt gelesen zu werden. 84, Charing Cross Road ist eines von ihnen.

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20.6.13 00:31
 


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