untitled | yvi @ the vision
Der Himmel ist ein Fluss - Anna Kaleri.

Mein herzlicher Dank gilt vorablesen, die mir durch ein Leseexemplar dieser Geschichte eine Rezension erst ermöglicht haben.

Klappentext

Minna ist eine junge masurische Landarbeiterin, die den anderen hochmütig erscheint, weil sie davon träumt, der Enge des Dorflebens zu entkommen. Eines Tages, noch vor dem Krieg, lernt sie auf einem ihrer Streifzüge durch die Wälder den Vogelkundler Gwidon kennen. Er ist polnisch, katholisch und verheiratet. Trotzdem üben die beiden aufeinander eine immer stärker werdende Faszination aus. Um dauerhaft in seiner Nähe zu sein, zieht Minna schließlich nach Allenstein, wo Gwidon lebt, und nimmt dort eine Stelle als Kindermädchen an. Wieder beginnen die beiden, sich heimlich zu treffen: in verlassenen Gärten am wilden Ufer der Alle. Sie begeben sich dabei in große Gefahr, denn die Liebe zwischen einer Deutschen und einem Polen ist zu diesen Zeiten unmöglich ...

Die Autorin

Anna Kaleri wurde 1974 im Ostharz geboren, studierte am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig und lebt dort heute als freie Autorin und Journalistin mit ihrer Familie. Der Himmel ist ein Fluss ist ihr drittes Buch.

Persönlicher Eindruck

Anna Kaleris Geschichte um Minna, die junge Landarbeiterin aus Masuren, und Gwidon, den sanften Vogelkundler aus der Stadt, hatte in ihren Grundzügen schon das Potenzial, berührend zu werden. Gelungen ist es ihr in meinen Augen nicht.

Schon von Anfang an fand ich nur schwer Zugang zu der Geschichte und der Sprache, in der sie erzählt wurde. Anna Kaleri verlor sich seitenweise in der Beschreibung der Natur und Ruhe Masurens, was mich schnell zu langweilen drohte. Bisher bin ich nur auf einen Autor gestoßen, dem dies in einer Weise gelang, die nicht einschläfernd wirkte - und das war Ian McEwan mit seiner Abbitte. Kaleri verkaufte ihre Naturverbundenheit nicht ganz so überzeugend, genauso wie auch ihre Protagonisten:

Minna und Gwidon blieben mir die ganze Zeit über fremd. Sie waren nicht markant genug, nicht stark genug in ihrer Rolle als Protagonist und Protagonistin. Ja, ihre Liebe war in diesen dunklen Zeiten verboten. Ja, sie hielten dennoch aneinander fest. Ja, es gab tragische Momente in den 200 Seiten der Geschichte - dennoch berührte sie mich an kaum einer Stelle so sehr, dass ich mitgefiebert hätte. Nur einmal spürte ich so etwas wie emotionale Verbundenheit zu ihrer Geschichte und das war, als ein älterer, vom Krieg gezeichneter Mann aus dem Dorf Minna eine Kuh schenkte, nachdem sie wieder heimgekehrt war. Als sie nach dem Preis für diese fragte, hielt er kurz inne und sagte mehr zu sich selbst als zu ihr, er sei ihrem Vater noch einen Gefallen schuldig. Dieser wäre ein ehrenhafter, tüchtiger Mann gewesen, der ihm damals beim Bau seiner Scheune geholfen habe. Dann schwieg er und zum ersten Mal im Laufe des Buches - diese Unterhaltung ereignete sich schon fast an seinem Ende - berührte mich ein Dialog sehr.

Insgesamt fehlte es mir in dem Roman an menschlicher Nähe und Herz. Dabei hätte er diese beiden Dinge, ist er doch so eng mit der Familiengeschichte Anna Kaleris verbunden, wie von selbst haben müssen.

/
1.7.13 20:50
 


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